Chemikalienbeständigkeit

Bei normalen Temperaturen und niedrigem Spannungsniveau vertragen sich GE-Folien im allgemeinen mit den meisten chemischen Stoffen, die im typischen Wohn- und Büroumfeld anzutreffen sind. Folien unter Spannung – wie im Fall kaltgeformter, gebogener oder geprägter Anwendungen – neigen jedoch im Kontakt mit bestimmten Substanzen zu Spannungsrissen.

Erhöhte Temperaturen können diese Art der Schädigung begünstigen oder beschleunigen.

Einige Chemikalien, wie Aceton, Toluol und halogenisierte Kohlenwasserstoffe wirken auf GE-Folien löslich. So wird Dichlormethan beispielsweise zum Lösemittelkleben von GE-Folien verwendet.

Überall dort, wo mit der Einwirkung potentiell aggressiver oder unverträglicher Stoffe zu rechnen ist, sollten nur beschichtete Folien eingesetzt werden.

Tabelle 18 gibt Auskunft über die allgemeine Chemikalienverträglichkeit von GE-Folien. Grundsätzlich sollte die konkrete Beständigkeit gegenüber spezifischen Substanzen in der Verarbeitung und/oder Anwendung in jedem Einzelfall unter praxisnahen Bedingungen vorab geprüft werden.

Fragen Sie im Zweifelsfall nach den aktuellsten Testergebnissen unserer Anwendungstechnik.

Verhalten nach Wasserlagerung

In Laborprüfungen wurden bei Folien nach mehreren Wochen der Lagerung in Wasser keine nennenswerten Veränderungen im Zug- und Dehnverhalten festgestellt. Die Lagerung in kochendem Wasser hat jedoch einen erheblichen und raschen Einfluß auf die Dehnung von Lexan® Folien. Die Werte der Zugfestigkeit bis zur Fließ- und Dehngrenze verändern sich nur geringfügig. Langzeitlagerung bei normalen Temperaturen in Seewasser hat auf Lexan® Folien ebenfalls nur geringe Auswirkungen. Valox® und Ultem® Folien zeigen sich unter den gleichen Bedingungen noch beständiger.

Gas- und Dampfdurchlässigkeit

Die spezifische Gas- und Dampfdurchlässigkeit von Polymerfolien kann bei Verpackungsanwendungen eine große Rolle spielen. Die jeweilige Durchlässigkeit hängt von der Diffusionsgeschwindigkeit bzw. von der Löslichkeit des Gases innerhalb der Barriere und von deren Wanddicke ab.
Tabelle 20 nennt typische Werte für Lexan® und Ultem® Folien mit 0,025 mm Wanddicke bei 23°C.

Tabelle 20: Gas- und Dampfdurchlässigkeit in kontrollierter Atmosphäre

Lexan Ultem

Witterungsbeständigkeit

Permanente direkte Sonneneinstrahlung führt auf ungeschützten GE-Folien zu einem
(abwischbaren) kreideartigen Belag und zur Gelbfärbung. Die Dauer bis zur sichtbaren Veränderung hängt von der Intensität der Einstrahlung sowie von der Foliendicke ab und kann zwischen einigen Monaten und Jahren betragen.
Ungeschützte GE-Folien sollten daher nicht für Außenanwendungen eingesetzt werden, bei denen es auf dauerhaft gutes Aussehen und den Erhalt der mechanischen Eigenschaften ankommt. Gegen vorübergehende Freibewitterung oder Dauerbeleuchtung mit Leuchtstofflampen erweisen sich alle GE-Folien im allgemeinen sehr beständig.

UV-Stabilität

Lexan® Folie HP92W hat eine von GE entwickelte Sonderbeschichtung zum Schutz vor Gelbfärbung und Trübung, so daß Grafiken hinter der Folie gut lesbar bleiben. Mit
einem Gelbwert von < 2,5 nach 1.000 Stunden beschleunigter UV-Belichtung ist Lexan® HP92W eine häufige Wahl für besonders anspruchsvolle Außenanwendungen.

Diagramm 8: Beschleunigte UV-Belichtung (ASTM G53 – UV313 BB)

Unbeschichtete Polycarbonatfolie - Lexan